Beginnen Sie mit einer vertraulichen Bestandsliste der wichtigsten Konten, Diensten und Geräten – ohne Passwörter im Klartext. Nutzen Sie Passwortmanager-Exporte, markieren Sie besonders kritische Zugänge, und verweisen Sie auf sichere Aufbewahrungsorte. Ergänzen Sie Ablaufpläne: Wer informiert wen, welche Seiten zuerst, wie werden Abos gekündigt, wo liegen Lizenzschlüssel, wo sind Sicherungscodes hinterlegt? Halten Sie Versionsstände fest und aktualisieren Sie die Liste mindestens quartalsweise.
In Deutschland hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass digitale Inhalte grundsätzlich vererbbar sind, was Erben rechtlich stärkt, aber nicht automatisch Zugang schafft. In Österreich und der Schweiz gelten ähnliche Grundsätze mit nationalen Nuancen. Regeln Sie Vollmachten präzise, dokumentieren Sie Zugriffsrechte, und vermeiden Sie Grauzonen zwischen Datenschutz, Postgeheimnis und Urheberrecht. Legen Sie fest, wer Daten sichtet, wer löscht, wer archiviert, und wann externe Hilfe involviert wird.
Technik allein genügt nicht. Kurze, respektvolle Gespräche schaffen den Rahmen: Welche Konten sind geschäftskritisch, welche rein privat, welche sollen erhalten, welche bewusst geschlossen werden? Legen Sie Erwartungen offen, sprechen Sie über Tabus, und erklären Sie, warum bestimmte Schutzmaßnahmen unverrückbar sind. Vereinbaren Sie einen Notfallkontakt, klären Sie, wer den Überblick behält, und planen Sie regelmäßige, unaufdringliche Erinnerungen, damit Vereinbarungen nicht in Vergessenheit geraten.